Bayerischer Tierschutzpreis für Ferdinand Baer

Ehrung durch Ministerin Scharf; Foto M. Baer
Ehrung durch Ministerin Scharf; Foto M. Baer

20.10.2015 - Die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf hat Ferdinand Baer von der LBV-Vogelstation in Regenstauf gestern Abend mit dem Bayerischen Tierschutzpreis ausgezeichnet. Der 29-jährige Amberger engagiert sich bereits seit 20 Jahren in der offiziellen Auffangstation des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) und ist seit fünf Jahren auch ihr fachlicher Leiter.

 

Der hauptamtliche Musiklehrer leitet dort ein Team von ehrenamtlichen Helfern, das verletzte Wildvögel gesundpflegt, um sie wieder auszuwildern. Der zeitliche Einsatz Baers für die verletzten Vögel beläuft sich allein für die letzten fünf Jahre auf mindestens 4.000 ehrenamtliche Stunden. „Ich freue mich sehr über diesen Preis, schließlich zeigt er, dass ich bei meiner Arbeit offenbar doch Vieles richtig mache, auch wenn man es nicht immer allen Recht machen kann“, so Ferdinand Baer.

 

Durch einen jährlich zu vergebenden Tierschutzpreis zeichnet die Bayerische Staatsregierung Personen und Institutionen aus, die sich in Bayern um den Tierschutz besonders verdient gemacht haben. 

>>> zur Pressemitteilung 


Seltene Wiesenweihen bei Würzburg verstümmelt

Foto: F. Baer
Foto: F. Baer

(11.08.2015) - Innerhalb von wenigen Tagen wurden Ende Juli im Landkreis Würzburg bei Ochsenfurt zwei vorsätzlich verstümmelte junge Wiesenweihen gefunden. Die Flügel der streng geschützten Greifvögel wurden von einem Unbekannten mit einer Schere gezielt beschnitten. Die flugunfähigen Vögel wären so in Kürze verhungert.

 

Bei den verstümmelten Vögeln handelt es sich um ein junges Weibchen und ein junges Männchen. Die erste Wiesenweihe wurde an einem Feldweg bei Giebelstadt gefunden. Dem Weibchen wurden brutal Flügel und Schwanz gestutzt – vermutlich mit einer Haushalts- oder Gartenschere. In der Natur wäre der Vogel verhungert. Sollten die Federn nachwachsen, könnten wir den Jungvogel erst nächstes Jahr auswildern und er könnte nicht dieses Jahr mit seinen Artgenossen zum Überwintern in den Süden ziehen. 

Der zweite verstümmelte Jungvogel wurde bei Baldersheim im südlichen Landkreis Würzburg bei einer zufälligen Kontrolle entdeckt. Hier wurde der linke und rechte Flügel eines Männchens verstümmelt, so dass die junge Wiesenweihe flugunfähig ist und ebenfalls verhungern würde. Etwa sieben bis acht Zentimeter wurden dem männlichen Greifvogel von beiden Flügeln abgeschnitten. Dabei verletzte der unbekannte Täter das Tier sogar, denn es blutete bei Auffinden noch. 

 

Die beiden Tiere werden seit Ende vergangener Woche in der Vogelauffangstation in Regenstauf gepflegt.

Hier finden Sie weitere Infos zum LBV-Schutzprogramm "Wiesenweihe".

 

 

Bilder von den verletzten Wiesenweihen

Der verletzte Terzel mit einer großen Wunde am Flügel; Foto Ch. Bauer
Der verletzte Terzel mit einer großen Wunde am Flügel; Foto Ch. Bauer
Das misshandelte Männchen; Foto Ch. Bauer
Das misshandelte Männchen; Foto Ch. Bauer
Flügeloberseite mit Marke - das Männchen stammt aus dem LBV-Schutzprogramm; Foto N. Haas
Flügeloberseite mit Marke -  das Männchen stammt aus dem LBV-Schutzprogramm; Foto N. Haas
Auch das Weibchen wurde übel zugerichtet; Foto Ch. Bauer
Auch das Weibchen wurde übel zugerichtet; Foto Ch. Bauer

Ministerin lässt verwaisten Jung-Uhu frei

Beim verendeten Uhu handelt sich um ein erwachsendes Weibchen. Da der Vogel einen ausgeprägten Brutfleck an der Brust aufweist, machte sich der LBV sofort auf die Suche nach möglichen Jungtieren.

 

"Wir entdeckten prompt einen halbverhungerten Jungvögel, den wir sofort zur Pflege in unsere LBV-Vogelauffangstation nach Regenstauf gebracht haben", erklärt Christoph Bauer. "Er ist nur knapp dem Tod durch Verhungern entgangen", so Bauer weiter. In den drauf folgenden Wochen wurde der Kleine vom Team der Vogelstation wieder aufgepäppelt.

 

Gesund und munter wurde der junge Uhu wurde Mitte September von Umweltministerin Scharf unweit des Fundorts bei Beratzhausen wieder in die Freiheit entlassen. Mit ihrem Besuch unterstrich die Ministerin, dass die Verfolgung von Umweltkriminalität in Bayern hohe politische Bedeutung hat.

 

Der Uhu ist in der Roten Liste Deutschland und Bayern als gefährdete Art eingestuft und nach Bundesnaturschutzgesetz und europäischem Recht besonders geschützt.

Foto J. Gerl
Foto J. Gerl
Fotos (3): Ch. Geidel
Fotos (3): Ch. Geidel

Brütendes Uhu-Weibchen bei Beratzhausen vergiftet

(Juli 2015) - Nach den Luchs-Tötungen im Bayerischen Wald ist erneut eine hochgeschützte Tierart in Bayern Opfer von Umweltkriminalität geworden. Dem LBV wurde bei Beratzhausen im Landkreis Regensburg ein toter Uhu gemeldet. Die Eule wurde Opfer eines mit Carbofuran vergifteten Huhns, was eine Untersuchung im Auftrag des LBV an der LMU München ergab. Das hochtoxische Kontaktgift ist seit 2008 EU-weit verboten. Sowohl der Vertrieb, als auch Verkauf und Besitz sind strafbar.


Der Eulenvogel wurde auf einem Feldweg sichergestellt, in dessen Bereich möglicherweise weitere vergiftete Köder zu finden sind. Diese können von anderen Greifvögeln, wie etwa den stark gefährdeten Rot- und Schwarzmilanen, oder auch anderen Wildtieren jederzeit aufgenommen werden. 

Auf einem Feldweg bei Beratzhausen hatte ein Passant einen toten Uhu und daneben ein weißes Haushuhn ohne Kopf entdeckte. Der Finder informierte umgehend den LBV, der die beiden Kadaver sofort sicherstellte, einen Tierarzt konsultierte und sie dann zur toxikologischen Untersuchung an die LMU München übergab. Der Untersuchungsbefund ergab nun, dass der Uhu keinerlei äußere Verletzungen und Brüche aufwies und erst kurz vor dem Fund verendete, da noch keine Totenstarre eingetreten war. Im Magen der Großeule wurde zudem ein Teil des Hühnerhalses gefunden.

 

Noch am Tag des Fundes erstattete der LBV Anzeige gegen Unbekannt. Die Ermittlungen wurden allerdings ohne Ergebnis Anfang August eingestellt.

Todesursache Carbofuran: der Uhu mit dem als Giftköder präparierten Huhn; Foto LBV
Todesursache Carbofuran: der Uhu mit dem als Giftköder präparierten Huhn; Foto LBV


Spektakuläre Uhu-Freilassung an der Donau bei Kelheim

(05.03.2015) Auf zu neuen Ufern - ein junger Uhu wurde von uns Ende Februar an der Donau in die Freiheit entlassen. Da das Jungtier bisher kein eigenes Revier hatte, boten sich die Jurafelsen bei Kapfelsberg nahe Kelheim besonders gut an. Dort ist gibt es nämlich bisher keine männliche Konkurrenz. Der Uhu wurde wenige Wochen zuvor in der Vogelstation Regenstauf eingeliefert. Zum Glück hatte er nur leichte Verletzungen und konnte sich schnell erholen.

 

Mehr über über die Freilassung des faszinierenden Tieres erfahren Sie in dem Pressebericht der Mittelbayerischen Zeitung. Herzlichen Dank an den Redakteur, Herrn Heiner Stöcker, der uns die Bilder zur Verfügung gestellt hat.

Hier geht es zum einem Video der Uhu-Freilassung am 25. Februar.

 

 

Bilder von der Freilassung des Uhus

Neuer Lebensraum für den Uhu. Alle Bilder: wwww.mittelbayerische.de/H.Stöcker
Neuer Lebensraum für den Uhu. Alle Bilder: wwww.mittelbayerische.de/H.Stöcker
Der Uhu ist zunächst in einem Karton sicher verpackt.
Achtung: Uhus sind wehrhaft.
Das Tier wird vorsichtig entnommen.
Noch wenige Augenblicke, dann...
... ist unser Uhu wieder frei...
...und kann ein neues Revier gründen. Viel Glück!
...und kann ein neues Revier gründen. Viel Glück!
 

Raiffeisenbank Regenstauf unterstützt Vogelstation

Spende für die LBV-Vogelstation: Stephan Hauf (Vorstandsvorsitzender Raiffeisenbank), Melissa Kellner (Bundesfreiwillige), Christoph Bauer (Leiter Bezirksgeschäftsstelle Oberpfalz), Wolfgang Haas (Vorstand Raiffeisenbank); Foto: C. Hofmann
Spende für die LBV-Vogelstation: Stephan Hauf (Vorstandsvorsitzender Raiffeisenbank), Melissa Kellner (Bundesfreiwillige), Christoph Bauer (Leiter Bezirksgeschäftsstelle Oberpfalz), Wolfgang Haas (Vorstand Raiffeisenbank); Foto: C. Hofmann

(19.01.2015) Mit einer Spende über 300 Euro unterstützt die Raiffeisenbank Regenstauf die LBV- Vogelstation am Masurenweg. „Was hier an ehrenamtlicher Arbeit geleistet wird, ist enorm“,  betonte Vorstandsvorsitzender Stephan Hauf bei der Spendenübergabe am vergangenen Freitag.

In der Vogelstation wurden im letzten Jahr rund 500 Tiere aufgenommen und gepflegt. Fast die Hälfte von ihnen konnte nach einer Phase der Genesung wieder in die Natur entlassen werden. Hinzu kommt ein umfangreiches telefonisches Beratungsangebot, etwa zum Thema Jungvögel.

„Ohne unser Team von Ehrenamtlichen könnten wir die Einrichtung in dieser Form nicht betreiben“, ergänzt Christoph Bauer, seit vergangenem Herbst neuer Leiter der LBV-Bezirksgeschäftsstelle Oberpfalz.

Dennoch ist der Betrieb der Auffang- und –pflegestation mit hohen laufenden Kosten insbesondere durch Futter und tiermedizinische Versorgung verbunden. Aus diesem Grund ist der Landesbund für Vogelschutz als gemeinnütziger Naturschutzverband auf die Spenden von Bürgern und ortsansässigen Firmen angewiesen.


Vogel des Jahres 2014 als Gast in Vogel- und Umweltstation

(13.01.14) Der Vogel war von einem Gemeindemitarbeiter in Wenzenbach vor der Glasfront eines Hauses gefunden worden und wies keine äußerlich sichtbaren Verletzungen auf, konnte aber nicht fliegen. „Ein Prachtexemplar!“ sagte Mitarbeiterin Dr. Karin Dostert, die den Vogel untersuchte und aufgrund des Fundortes und des Zustandes des Vogels von einer Verletzung durch Scheibenanflug ausging.

 

In freier Wildbahn ernährt sich der Grünspecht hauptsächlich von Ameisen, aber auch reifes Fallobst und Schnecken, Würmer und verschiedene Insekten schmecken ihm. Womit kann man einen Grünspecht im Winter füttern? "Die erste Nahrung, die wir ihm geben konnten, waren Äpfel und Heimchen – eine kleine Grillenart, die man als Tierfutter im Zoofachhandel kaufen kann", erläutert Dr. Karin Dostert. "Er hat diese gerne angenommen". Der Grünspecht ist ein wunderschön gefärbter Vogel mit olivgrüner Oberseite, einen gelbgrünen Bürzel, einen roten Scheitel und einer schwarzen Augenmaske. Er wird ungefähr 30 cm groß; die rote Kappe und die schwarze Augenmaske bescherten ihm schon liebevolle Beinamen wie "Zorro" oder "der Specht mit der Räubermaske". Unser Grünspecht war ein Männchen, wie man an dem roten Punkt an der Wange erkennen kann.

 

Der Grünspecht ist die am zweithäufigsten vorkommende Spechtart in Deutschland und wurde für das Jahr 2014 durch den Naturschutzbund (NABU) und den LBV zum Vogel des Jahres gekürt. 

Großer Pflegeerfolg in der Auffangstation

Der kranke Rotmilan bei der Einlieferung in die LBV-Vogelauffangstation
Der kranke Rotmilan bei der Einlieferung in die LBV-Vogelauffangstation
Der Rotmilan bei der Beringung, um das Tier beim Wiederfund identifizieren zu können.
Letzter Gesundheits-Check: Vermessung der Flügel und Begutachtung der Befiederung
Letzter Gesundheits-Check: Vermessung der Flügel und Begutachtung der Befiederung

Freiheit für seltenen Rotmilan

Freilassung durch Ferdinand Baer, fachlicher Leiter der LBV-Vogelstation (alle Bilder: LBV)
Freilassung durch Ferdinand Baer, fachlicher Leiter der LBV-Vogelstation (alle Bilder: LBV)

Großer Pflegeerfolg in der Auffangstation Regenstauf

27.03.11: Vor drei Wochen kam er krank und stark geschwächt in die LBV-Vogelauffangstation in Regenstauf. Nun konnten ihn die Mitarbeiter wieder auswildern. Ein großer Erfolg, denn für den Rotmilan trägt Deutschland enorme Verantwortung. Der seltene Greifvogelart hat bei uns seinen weltweiten Verbreitungsschwerpunkt.

Anfang März wurde in einem Pappkarton ein Häufchen Elend an der LBV-Vogelstation in Regenstauf abgegeben: Es handelte sich um einen der sehr seltenen Rotmilane. Er kam aus dem Landkreis Eichstätt. Er war völlig geschwächt, kaum bewegungsfähig, hatte Durchfall, und Speichelfluss vervollständigte das Krankheitsbild. Noch am selben Tag fuhr Ferdinand Baer, der fachliche Leiter der Vogelstation, in die Tierklinik nach Oberschleißheim. Der anfängliche Verdacht auf Vergiftung (z. B. durch Aufnahme von Blei mit Schrot geschossener Tieren oder illegale Vergiftung. Stattdessen hatte er einen starken Parasitenbefall im Darm. 

Jetzt war es soweit: Mit guter körperlicher Verfassung war der Rotmilan bereit für die Freiheit. In der Nähe von Holzheim (bei Kallmünz) wurde das Tier in die Natur entlassen. Bei schönem Wetter nutzte er sogleich die Thermik ließ sich von den Aufwinden über den Feldern in die Höhe tragen. Das Freilassungsgebiet ist für Rotmilane gut geeignet, und man darf hoffen, dass die seltene Art dort dauerhaft einen Lebensraum findet. >>mehr zum Rotmilan


Vogel frei in Regenstauf

LBV-Vorsitzender Ludwig Sothmann, Minister Brunner und der Leiter der Vogelstation, Ferdinand Baer (rechts)
LBV-Vorsitzender Ludwig Sothmann, Minister Brunner und der Leiter der Vogelstation, Ferdinand Baer (rechts)

Staatsminister besucht LBV Vogel- und Umweltstation Regenstauf

20. Juli 11: Es ist mittlerweile fast schon eine Art Tradition für bayerische Staatsminister: Nach einem Rundgang wird ein wieder gesundeter Vogel in die Freiheit entlassen.
Diesmal war es ein Turmfalke, der aus den Händen von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner in die Freiheit entlassen wurde. Er gratulierte dem LBV zur Vogel- und Umweltstation in Regenstauf, über deren Aufgabenbereiche er sich am vergangenen Freitag erkundigte. 

>> mehr zur Vogel- und Umweltstation Regenstauf

 


Die Geschichte der Rettung

Rotlicht wärmt die Jungstörche
Rotlicht wärmt die Jungstörche
Vier Jungstörche und ein Altstorch (kein Elterntier!) auf dem Schutzdach des Kunsthorstes im Gehege. Ein Jungvogel ist noch im Kunsthorst. Das Bild wurde durch einen Spiegel aufgenommen, so konnten die Tiere von Besuchern gesehen werden, ohne dass sie gestört wurden
Vier Jungstörche und ein Altstorch (kein Elterntier!) auf dem Schutzdach des Kunsthorstes im Gehege. Ein Jungvogel ist noch im Kunsthorst. Das Bild wurde durch einen Spiegel aufgenommen, so konnten die Tiere von Besuchern gesehen werden, ohne dass sie gestört wurden
Das Team der Vogelstation mit zweien der Jungstörche und einem Altstorch kurz vor der Freilassung.
Drei Störche bei der ersten Erkundung der Wiesen bei Pfatter
Drei Störche bei der ersten Erkundung der Wiesen bei Pfatter
Der Altstorch hebt schon einmal zu Abflug ab
Der Altstorch hebt schon einmal zu Abflug ab

Der Storchenhorst in Oberviechtach (Oberpfalz) wurde im März 2011 von zwei Altvögeln besetzt. Im Mai hatte das Storchenpaar Nachwuchs: 5 Jungstörche waren im Nest. Mitte Mai jedoch verunglückte der männliche Altstorch: er ertrank in einem Forellenteich. Vermutlich hatte er die Tiefe des Wassers unterschätzt und kam nicht mehr heraus. Ob das verbliebene Elterntier es schaffen würde, die Jungen zu ernähren, war mehr als fraglich. Man entschied, die 5 kleinen Störche mit Hilfe der Feuerwehr aus dem Nest zu entnehmen und brachte sie in die LBV-Vogelstation nach Regenstauf. Zunächst wurden die Kleinen unter Rotlicht gehalten, um Unterkühlung zu verhindern. Bei der Fütterung musste darauf geachtet werden, dass sich die älteren Tiere nicht alles Futter nahmen, auch die beiden „Nesthäkchen“ sollten ja durchkommen. Zunächst diente ein ausgestopfter Storch neben der Kiste mit den Jungen als Ersatzmama, die stets auf die 5 Jungen herabblickte. Eine Fehlprägung auf den Menschen galt es unbedingt zu vermeiden.

Später wurden die 5 in einen Kunsthorst in einem der Freigehege der Station verbracht, wo sich seit längerem bereits ein erwachsener Storch befand, der eine alte Verletzung auszukurieren hatte. Bei der Fütterung zeigten sich die Mitarbeiter der Vogelstation nie den Jungstörchen, so dass die natürliche Scheu vor dem Menschen erhalten blieb: Man warf das Futter stets von unten in das Nest, ohne selbst in Erscheinung zu treten. Näherte man sich offen dem Nest, duckten sich die Kleinen sogleich – ein gutes Zeichen, dass eine Fehlprägung auf den Menschen auch weiterhin vermieden werden konnte. Über Wochen hinweg wuchsen und gediehen die 5 Geschwister prächtig, ehe sie Ende Juli das Kunstnest verließen und im Gehege herumliefen.

Im August war es dann soweit: sie konnten in die Freiheit entlassen werden, nachdem sie alle beringt worden waren: 3 wurden im Landkreis Cham im Bereich der dortigen Wiesenbrüter-Gebiete entlassen. Einer davon verunglückte später leider bei der Kollision mit einem Zug. Zwei weitere Jungstörche wurden zusammen mit dem erwähnten und mittlerweile genesenen Altstorch im Bereich Pfatter in den dortigen Donau-Auwiesen in die Freiheit entlassen.

Wir alle hoffen, dass sich die jungen Vögel nun dem Storchenzug Richtung Süden anschließen und ein normales Storchenleben beginnen können.


Gerettet!

Vier von fünf Jungen haben überlebt, einer kollidierte leider mit einem Zug. Bilder: Stierstorfer
Vier von fünf Jungen haben überlebt, einer kollidierte leider mit einem Zug. Bilder: Stierstorfer

Kleine Geschichte über die erfolgreiche Aufzucht von vier Storchen-Halbwaisen

19. August 2011:  Was als großes Unglück begann, entwickelte sich im Laufe des Sommers doch noch zu einer weitgehend erfreulichen Geschichte: halb verwaiste Jungstörche aus Oberviechtach konnten in die Freiheit entlassen werden, nachdem sie an der LBV-Vogelstation in Regenstauf erfolgreich aufgezogen wurden.

>> die ganze Geschichte


Nistkästen gebaut, Storch gerettet

Stolz zeigen die Kinder ihre eigenen Nistkästen.
Dieser Schwarzstorch hat gute Chancen in der LBV-Station. (Bilder: C. Stierstorfer)
Dieser Schwarzstorch hat gute Chancen in der LBV-Station. (Bilder: C. Stierstorfer)

Ein ganz normaler Tag in der Umweltstation Regenstauf

Das ist ein kleiner Einblick in den Alltag an unserer Vogel- und Umweltstation Regenstauf. Jede Aktion für sich ist unspektakulär, aber in der Summe ensteht großer Mehrwert für Mensch und Natur in der Region:

10 Kinder aus Regenstauf bauen Nistkästen an der Vogelstation. Adolf Kuglmeier aus Loitzendorf, LBV-Aktiver uund passionierter Bauer von Nisthilfen aller Art, hat für die Aktion im Ferienprogramm Bausätze mitgebracht. Die Kinder bauen sie zusammen und präsentieren sie voller Stolz ihren Eltern. Klar, dass jeder seinen Nistkasten mit nach Hause nehmen kann, um nächstes Frühjahr eine Kinderstube für Meise & Co. zu haben.

Zeitgleich ist eine Gruppe von der Förderstätte Barmherzige Brüder für Menschen mit Behinderung in Reichenbach da. Der Kontakt mit den Vögeln ist für sie ein großes Erlebnis und eine willkommene Abwechslung zum Alltag.

Derweil hat sich der fachliche Leiter der Vogelstation, Ferdinand Baer, mit einem verletzten Schwarzstorch auf den Weg gemacht. Er will ihn von einem Tierarzt untersuchen lassen. Ergebnis: Für das Tier mit angebrochenem Flügel besteht gute Hoffnung, dass wir ihn gesundpflegen können. Im nächsten Frühjahr kann er dann gesund in die Freiheit entlassen werden.


Storch mit Schusswunden eingeliefert

Der Storch ist jetzt in guten Händen (Bild: LBV)
Der Storch ist jetzt in guten Händen (Bild: LBV)

LBV erstattet Anzeige

(12.04.12) - Wer tut so etwas?, mag man sich fragen angesichts der Nachricht, die die Vogelstationshelfer an Ostern erhielten. Am Ostermontag wurde ein flugunfähiger Storch aus dem Raum Deggendorf in die LBV-Vogelstation Regenstauf gebracht. Er hatte viele kleine Wunden, blutete stark am Fuß.

Die erschreckende Diagnose: Schrotbeschuss! Noch ist unbekannt, woher der Storch kommt.

"Wir wissen nur, dass er nicht zu den Horstpaaren in Hengersberg und Deggendorf gehört, denn beide sind nach wie vor komplett", sagt Günter Schreib, der Vorsitzende der Kreisgruppe Deggendorf. Wenn der Storch reden könnte, hätte er sicher eine Menge zu erzählen, so sind wir auf Mutmaßungen angewiesen.

Der LBV hat sofort Anzeige erstattet, und hofft auf baldige Aufklärung und Überführung des Täters.

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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