Besondere Patienten

Unsere Vogelauffangstation nimmt zahlreiche Patienten auf. Über tausend waren es im Jahr 2020. Neben häufigen Vogelarten wie Tauben, Amseln oder Meisen landen immer wieder ganz besondere Vögel bei uns.

Der Seeadler

 

 

Ende August 2021 wurde vom Truppenübungsplatz Bodenwöhr ein Seeadler in die Station gebracht. Er war sehr erschöpft und hatte mehrere Wunden, die er sich möglicherweise beim Kampf mit einem Artgenossen zugezogen hatte. Nach zwei Monaten Pflege und mehreren Fahrten zum Tierarzt hatte er sich wieder erholt. Am 29. Oktober konnte er nahe Regenstauf wieder in die Freiheit entlassen werden.

 

Seeadler sind  sehr selten. Der LBV schätzt, dass aktuell in ganz Bayern nur 23 Paare brüten. Trotzdem war dieser Seeadler nicht der erste in unserer Station. Allerdings ist er der erste, der erfolgreich wieder ausgewildert werden konnte und damit einer unserer ganz besonderen Gäste.

Der Schwarzstorch

 

 

 

 

 

Der Schwarzstorch ist nah mit dem Weißstorch verwandt. Anders als dieser brütet er aber nicht auf Hausdächern und Schornsteinen, sondern lebt in großen, geschlossenen Wäldern. Menschen gegenüber ist er sehr scheu und in freier Wildbahn selten zu sehen.

 

Im September 2021 kam ein junger Schwarzstorch in die Station, der sich die Schwungfedern des einen Flügels abgebrochen hatte und deshalb nicht mehr fliegen konnte. Zum Glück wachsen Vogelfedern nach und so kann der Schwarzstorch nach einer Ruhepause in unserer Storchenvoliere bald wieder freigelassen werden. In der Zwischenzeit wird er gut versorgt mit seinem Lieblingsessen: Fisch.

Die Kraniche

Das Ziel der Vogelstation ist es, verletzte Vögel gesundzupflegen, damit sie wieder ausgewildert werden können. Bei wenigen Vögeln, die zu uns kommen, ist eine Auswilderung leider nicht mehr möglich. Sie bleiben als Dauergäste in der Station.

So lebt auch der Kranich Ingo (im Bild rechts) seit... in unserer Storchenvoliere. Ingo wurde von Menschen aufgezogen, die er nun für seine Eltern hält und sich selbst für einen Menschen. Er ist also "fehlgeprägt". 

Seit Herbst 2021 hat Ingo Gesellschaft von einem Artgenossen. Der junge Kranich (links im Bild) kuriert hier eine Fußverletzung aus und darf, anders als Ingo, hoffentlich bald zurück in die Freiheit.

 

Kraniche sind in Mitteleuropa nicht heimisch. Sie kommen vor allem in Nordeuropa und Nordasien vor und sind bei uns nur auf ihrem Zug ins Winterquartier zu beobachten. Dass wir gleich zwei Kraniche in unserer Station haben, ist deshalb etwas ganz Besonderes.

Die Dohlen

 

Der Kranich Ingo ist nicht der einzige Dauergast in der Station. Seit ... bewohnen die Dohlen Fidel, Loki und Drei eine unserer Volieren. Alle drei sind sehr zutraulich, fressen von der Hand und setzen sich auch gerne einmal auf die Schulter. Was für unsere Mitarbeiter oft sehr lustig ist, ist für die Dohlen nicht unbedingt gut. Denn gerade weil sie Menschen gegenüber so wenig scheu sind, können sie nicht in die freie Wildbahn entlassen werden. Sie würden sich dort sofort wieder den Menschen annähern, was zu Unfällen und Verletzungen bei Menschen und Dohlen führen würde.

 

Dohlen sind sehr intelligente und neugierige Tiere. Unsere drei wissen genau, wie man Deckel und Schubladen aufmacht, um an versteckte Leckerbissen zu kommen. Besonders wild sind sie auf getrocknete Mehlwürmer, Mandeln und Erdnüsse, die noch in der Schale stecken.